§ 1 Solidarität und Eigenverantwortung

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1Die Kankenversiche­rung als Solidarge­meinschaft hat die Aufgabe, die Gesund­heit der Versicherten zu erhalten, wieder­herzustellen oder ih­ren Gesundheitszu­stand zu bessern. 2Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mit­verantwortlich; sie sollen durch eine ge­sundheitsbewußte Le­bensführung, durch frühzeitige Beteili­gung an gesundheitli­chen Vorsorgemaß­nahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwin­den. 3Die Krankenkas­sen haben den Versi­cherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.

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1Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Ge­sundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzu­stellen oder ihren Gesund­heitszustand zu bessern. 2Das umfasst auch die Förderung der gesund­heitlichen Eigen­kompetenz und Eigen­verantwortung der Ver­sicherten. 3Die Versicher­ten sind für ihre Gesund­heit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesund­heitsbewußte Lebensfüh­rung, durch frühzeitige Beteiligung an gesund­heitlichen Vorsorgemaß­nahmen sowie durch akti­ve Mitwirkung an Kran­kenbehandlung und Reha­bilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu ver­meiden oder ihre Folgen zu überwinden. 4Die Kran­kenkassen haben den Ver­sicherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.

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Gesetzesbegründung

Diese Vorschrift betont als Einweisungsvorschrift des SGB V sowohl die Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung als Solidargemeinschaft als auch die Eigenverantwortung der Versicherten. Diese beiden Aspekte stehen in einem engen Zusammenhang zueinander. Die Funktionsfähigkeit der Solidargemeinschaft der GKV wird gestärkt, wenn diejenigen, die diese Gemeinschaft in Anspruch nehmen, ihre Gesundheit erhalten. Eine gesundheitsbewusste Lebensführung trägt maßgeblich zur Erhaltung der Gesundheit bei. Auf seine Gesundheit zu achten und sich gesund zu verhalten erfordert Wissen, Befähigung und Eigenverantwortung. Mit der vorliegenden Einfügung eines neuen Satzes 2 in § 1 wird dieser wichtige Grundgedanke der Eigenverantwortung daher stärker betont und zugleich seine Förderung durch die GKV ausdrücklich als Bestandteil deren Kernaufgaben genannt.

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Herkunft

GE 2005 „§5 Eigenverantwortung – Eine gesundheitsbewusste Lebensführung und eine angemessene Beteiligung an Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention sollen dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder hinauszuzögern, die frühzeitige Erkennung von Krankheiten zu ermöglichen und die Folgen von Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit zu überwinden, hinauszuzögern oder eine Verschlimmerung zu verhindern.“

GE 2013

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